Was ist ein Trauma?

Ich möchte Ihnen hier eine Definition bieten, die möglichst einfach erklärt was bei einer Traumatisierung vor sich geht. Beim Durchlesen werden Sie merken, ob Sie sich darin mit Ihrem Erleben wiederfinden.

Vielleicht haben Sie die Geburt zwar als psychisch belastend empfunden, finden sich in dieser Definition jedoch trotzdem nicht. Auch dann kann eine Beratung sinnvoll sein.  Es muss nicht sein, dass die belastenden Erfahrungen die Sie gemacht haben, in Ihnen weiter wirken.

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Wenn alles zerbricht

Wie kommt es dazu?

Die Geburt, im Sinne von geboren werden, ist möglicherweise das intensivste Angsterlebnis im Leben eines Menschen. Eine schwierige Geburt kann sowohl beim Baby, als auch bei der Mutter eine traumatische Wirkung haben. Ganz verschiedene Situationen unter der Geburt können dafür verantwortlich sein. Zum Beispiel, um nur einige zu nennen:

  • vorzeitige Wehen mit grossen Ängsten
  • unvorhergesehenen Komplikationen im Geburtsverlauf
  • eine Frühgeburt
  • zu lange Dauer
  • zu schnelle Entscheidungen die Sie nicht verstanden haben
  • unerträgliche Schmerzen
  • das Gefühl, nichts mehr unter Kontrolle zu haben
  • das Gefühl versagt zu haben, weil die Geburt mit Schmerzmitteln, und wenig selbstbestimmt ablief
  • Unterstützung mit Zange oder Saugglocke
  • Kaiserschnitt ( geplant oder ungeplant)
  • unachtsame Begleitung, mit dem Gefühl ausgeliefert zusein

Wichtig zu wissen ist auch, dass der kritische Punkt, welcher ein Ereignis traumatisch macht, immer die subjektive Einschätzung der betroffenen Person ist.

Nicht was wir erleben, sondern wie wir empfinden, was wir erleben, macht unser Schicksal aus.

Marie von Ebner-Eschenbach

Hier nun weiterführene Informationen

Ein traumatisches Erlebnis ist ein seelischer Schock. Ausgangspunkt sind tatsächliche, extrem stressreiche Erlebnisse, welche als äußerste Bedrohung erlebt werden. Angstauslösende Reize überfluten dabei den Körper und das Gehirn, so dass man das Gefühl hat “als sei jetzt alles aus“. Vielleicht sogar, dass man sterben muss, weil das Erlebnis außerhalb dessen ist, was ein Mensch sonst kennt. Manchmal hat man sogar hinterher das Gefühl, als wäre es nicht passiert, oder alles nur ein schlechter Traum. Die betroffene Person erlebt dabei eine Extremsituation, auf die sie nicht angemessen vorbereitet ist, und die all ihre Bewältigungskompetenzen überfordert.

Wenn eine solche Traumatisierung geschieht, erlebt die betroffene Person Gefühle von Angst, Hilflosigkeit, Ohnmacht , Kontrollverlust, und Ausgeliefertsein. Im Normalfall reagiert unser Körper darauf, mit einem Bereitstellen von viel Energie und Adrenalin, um sich wehren oder aus der Situation befreien zu können.

Wenn jemand ein Trauma erlebt, werden gerade diese beiden Reaktionen, (kämpfen oder fliehen/ flight or fight) jedoch verhindert. Das heißt, es ist weder möglich, das Erlebnis zu verhindern, indem man flieht, noch kann man erfolgreich dagegen ankämpfen.

Ganz besonders in einer Geburtssituation, sind  ja alle Frauen darauf angewiesen Hilfe und Unterstützung zu erhalten, und können nicht einfach davonrennen.

Wenn dann alles nichts hilft…

…hilft sich der Organismus mit dem letzten, auch aus der Urzeit vererbten Mechanismus des „Sich-Tot- Stellens “, das innere Aussteigen aus der Situation,  die sogenannte peritraumatische Dissoziation. Es ist, als ob das Gehirn sich sagt :„ Ich bringe den Körper nicht aus der Situation heraus und ich kann den Angreifer nicht unschädlich machen, also muss ich das intern tun. Ich erlaube meinem System sich innerlich von dem was ich erlebe zu distanzieren“

Eine Flut von Endorphinen hilft beim geistigen Wegtreten und dem neutralisieren akuter Todesangst. Es bedeutet eine Entfremdung vom Geschehen.

Hier endet der Artikel zur Definition, zu den Trauma-Folgen und der Trauma-Heilung bitte weiterklicken…